Der Entsorgungs- und Servicebetrieb Bad Breisig / Brohltal (AöR) betreibt im Gemeindegebiet von Bad Breisig mehrere Pumpwerke, die das anfallende Abwasser zur nächsten Kläranlage fördern. Bei einigen Pumpwerken ist eine bauliche Sanierung erforderlich, weshalb eine Überplanung der Pumpwerke notwendig ist. Zudem kommt es im Hochwasserfall zu betrieblichen Problemen. Vor der Neuauslegung der Pumpwerke ist eine hydrodynamische Kanalnetzberechnung des Einzugsgebietes durchzuführen, um die erforderliche Leistungsfähigkeit der Pumpwerke zu ermitteln. Das kanalisierte Einzugsgebiet ist ca. 224 ha groß mit eine Kanallänge von ca. 50 km und umfasst mehrere Sonderbauwerke.

Im Rahmen der Kanalnetzberechnung werden Eingangsdaten wie die befestigten Flächen und die Trockenwetterabflüsse ermittelt und in das Modell übernommen. Die hydrodynamischen Berechnungen werden sowohl für den IST-Zustand als auch für den Prognose-Zustand unter Einbeziehung der städtebaulichen Entwicklungsflächen durchgeführt. Der Nachweis des Kanalnetzes erfolgt mithilfe einer Langzeitseriensimulation. Auf dieser Grundlage werden erforderliche Sanierungsmaßnahmen im Kanalnetz ausgewiesen.

Auf Grundlage des sanierten Kanalnetzes wird anschließend eine gekoppelte 1D-2D-Kanalnetzberechnung durchgeführt. Ziel ist es, Überflutungsschwerpunkte bei Starkregenereignissen zu erfassen und geeignete Maßnahmen für diesen Lastfall zu erarbeiten. Darüber hinaus wurde im Projekt die Sondersituation bei Hochwasser berücksichtigt.

Unter diesen Randbedingungen kommt es zu betrieblichen Problemen und die Förderleistung einzelner Pumpwerke ist anzupassen. Durch geeignete Maßnahmen im Kanalnetz konnte die erforderliche Leistungsfähigkeit der Pumpen um ca. 45 % reduziert werden.