Wasserglas mit mikroskopischen Partikeln auf Labortisch, Mikroskop und Reagenzgläser im Hintergrund

Was sind Mikroschadstoffe im Abwasser?

Mikroschadstoffe sind kleinste chemische Verbindungen im Abwasser, die bereits in geringsten Konzentrationen Umwelt und Gesundheit belasten können. Diese Spurenstoffe stammen aus Medikamenten, Körperpflegeprodukten und Industriechemikalien und gelangen über herkömmliche Kläranlagen ungereinigt in Gewässer. Moderne Abwasserreinigungsverfahren ermöglichen jedoch ihre gezielte Entfernung.

Was sind Mikroschadstoffe und warum sind sie im Abwasser problematisch?

Mikroschadstoffe sind chemische Verbindungen, die bereits in sehr geringen Konzentrationen von wenigen Mikrogramm pro Liter biologische Wirkungen entfalten können. Im Abwasser finden sich diese Spurenstoffe in kleinsten Mengen, die jedoch aufgrund ihrer Persistenz und biologischen Aktivität problematisch für Umwelt und Gesundheit sind.

Die Problematik liegt in ihrer schweren Abbaubarkeit und der kontinuierlichen Einleitung in Gewässer. Herkömmliche Kläranlagen sind nicht darauf ausgelegt, diese Substanzen vollständig zu entfernen. Dadurch reichern sich Mikroschadstoffe im Wasser an und können Ökosysteme belasten. Besonders kritisch ist ihre Wirkung auf Wasserorganismen, bei denen sie bereits in geringsten Konzentrationen hormonelle Störungen oder andere physiologische Veränderungen verursachen können.

Für den Umweltschutz stellen sie eine besondere Herausforderung dar, da sie über das Abwasser in Oberflächengewässer gelangen und letztendlich auch die Trinkwassergewinnung beeinträchtigen können.

Woher kommen Mikroschadstoffe im Abwasser eigentlich?

Die Hauptquellen von Mikroschadstoffen im Abwasser sind Haushalte, Industrie und Landwirtschaft. Medikamentenrückstände gelangen über menschliche Ausscheidungen nach der Einnahme von Arzneimitteln ins Abwasser. Körperpflegeprodukte wie Shampoos, Cremes und Kosmetika werden beim Duschen und Waschen direkt eingespült.

Industrielle Abwässer bringen verschiedene Chemikalien wie Lösungsmittel, Farbstoffe und Produktionsrückstände in die Kanalisation. Haushaltschemikalien wie Reinigungsmittel, Weichspüler und Desinfektionsmittel werden täglich über Waschbecken und Toiletten entsorgt. Aus der Landwirtschaft gelangen Pestizide und Düngemittelreste über Oberflächenabfluss und undichte Kanäle ins Abwasser.

Besonders problematisch ist die kontinuierliche Einleitung kleiner Mengen aus vielen verschiedenen Quellen, die sich in der Abwasserbehandlung zu messbaren Konzentrationen summieren.

Welche Arten von Mikroschadstoffen gibt es im Abwasser?

Im Abwasser lassen sich fünf Hauptkategorien von Mikroschadstoffen unterscheiden: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pestizide, Industriechemikalien und Körperpflegestoffe. Jede Kategorie hat spezifische Eigenschaften und Umweltauswirkungen, die unterschiedliche Reinigungsansätze erfordern.

Arzneimittelrückstände umfassen Antibiotika, Schmerzmittel, Hormone aus Verhütungsmitteln und Röntgenkontrastmittel. Diese Substanzen sind biologisch aktiv und können Resistenzen fördern oder hormonelle Störungen verursachen. Pestizide aus der Landwirtschaft wie Herbizide und Insektizide sind oft langlebig und toxisch für Wasserorganismen.

Industriechemikalien beinhalten Lösungsmittel, Flammschutzmittel und Weichmacher, die sich in der Nahrungskette anreichern können. Körperpflegestoffe wie UV-Filter, Duftstoffe und Konservierungsmittel sind oft schwer abbaubar und können allergische Reaktionen auslösen.

Wie können Mikroschadstoffe aus dem Abwasser entfernt werden?

Moderne Reinigungsverfahren zur Spurenstoffelimination umfassen Aktivkohlebehandlung, Ozonung, Membranfiltration und biologische Verfahren. Diese Technologien werden als vierte Reinigungsstufe nach der konventionellen Abwasserbehandlung eingesetzt und können Mikroschadstoffe um 80–95 % reduzieren.

Die Aktivkohlebehandlung nutzt die hohe Adsorptionskapazität von Aktivkohle, um organische Spurenstoffe zu binden. Pulveraktivkohle wird dem Belebungsbecken zugesetzt, während Granulataktivkohle in separaten Filterstufen eingesetzt wird. Die Ozonung oxidiert Mikroschadstoffe chemisch und macht sie biologisch abbaubar oder eliminiert sie vollständig.

Membranfiltration durch Umkehrosmose oder Nanofiltration trennt Spurenstoffe physikalisch ab. Biologische Verfahren mit speziellen Mikroorganismen können bestimmte Substanzen gezielt abbauen. Die Wahl des Verfahrens hängt von der Zusammensetzung der Mikroschadstoffe und den örtlichen Gegebenheiten der Kläranlage ab.

Wie hilft atd GmbH bei der Entfernung von Mikroschadstoffen?

Die atd GmbH bietet umfassende Ingenieurleistungen für die Mikroschadstoffelimination in kommunalen und industriellen Kläranlagen. Wir entwickeln maßgeschneiderte Lösungen zur Nachrüstung bestehender Anlagen und planen neue Reinigungsstufen nach dem neuesten Stand der Technik.

Unsere Dienstleistungen umfassen:

  • Bestandsaufnahme und Bewertung vorhandener Abwasserreinigungsanlagen
  • Planung von Aktivkohle-, Ozon- und Membranfiltrationsanlagen
  • verfahrenstechnische Optimierung für maximale Spurenstoffelimination
  • Bauüberwachung und Inbetriebnahme der Reinigungstechnologien
  • Betriebsoptimierung und Monitoring der Anlagenleistung

Als herstellerunabhängiges Ingenieurbüro wählen wir die optimale Technologie für Ihre spezifischen Anforderungen aus. Unsere langjährige Erfahrung in der Abwasserwirtschaft ermöglicht es uns, wirtschaftliche und technisch zuverlässige Lösungen für den Schutz der Wasserqualität zu entwickeln.

Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung zur Mikroschadstoffelimination in Ihrer Kläranlage und erfahren Sie, wie wir gemeinsam zum Schutz unserer Gewässer beitragen können.

atd GmbH

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