Dunkler Klärschlamm in Laborbecherglas mit sichtbaren Partikeln und Sedimentschichten auf weißer Laborbank

Was ist Klärschlamm und woraus besteht er?

Klärschlamm ist ein unvermeidliches Nebenprodukt der Abwasserbehandlung, das bei der Reinigung von kommunalem und industriellem Abwasser in Kläranlagen entsteht. Es handelt sich um eine schlammige Masse aus organischen und anorganischen Bestandteilen, die nach der Abtrennung aus dem gereinigten Abwasser einer fachgerechten Behandlung und Entsorgung bedarf. Die Zusammensetzung variiert je nach Herkunft und Behandlungsverfahren erheblich.

Was ist Klärschlamm und wie entsteht er in der Abwasserbehandlung?

Klärschlamm ist das feste Endprodukt der Abwasserreinigung, das durch die Abtrennung von Schwebstoffen und gelösten Stoffen aus dem Abwasser entsteht. Der Entstehungsprozess beginnt bereits in der mechanischen Reinigungsstufe, wo sich absetzbare Stoffe als Primärschlamm am Boden der Vorklärbecken sammeln.

In der biologischen Reinigungsstufe bildet sich Sekundärschlamm durch das Wachstum von Mikroorganismen, die organische Verschmutzungen abbauen. Dieser Belebtschlamm wird im Nachklärbecken vom gereinigten Abwasser getrennt. Der Primärschlamm besteht hauptsächlich aus mechanisch abtrennbaren Feststoffen wie Toilettenpapier, Haaren und organischen Partikeln.

Sekundärschlamm hingegen enthält eine hohe Konzentration an Bakterien und anderen Mikroorganismen. Diese unterschiedlichen Entstehungswege führen zu charakteristischen Eigenschaften: Primärschlamm ist meist grobkörniger und hat einen höheren organischen Anteil, während Sekundärschlamm feiner strukturiert ist und mehr Biomasse enthält.

Woraus besteht Klärschlamm und welche Inhaltsstoffe sind enthalten?

Klärschlamm besteht zu etwa 95–99 % aus Wasser und zu 1–5 % aus Trockensubstanz, die sich aus organischen und anorganischen Bestandteilen zusammensetzt. Die organische Fraktion macht meist 60–80 % der Trockensubstanz aus und enthält Proteine, Kohlenhydrate, Fette sowie abgestorbene Mikroorganismen.

Wichtige Nährstoffe im Klärschlamm sind Stickstoff (2–6 % der Trockensubstanz) und Phosphor (1–3 % der Trockensubstanz), die ihn theoretisch als Düngemittel interessant machen. Die anorganische Fraktion besteht aus Sand, Metalloxiden und anderen mineralischen Bestandteilen.

Problematisch sind potenzielle Schadstoffe wie Schwermetalle (Kupfer, Zink, Chrom, Nickel), organische Spurenstoffe (Arzneimittelrückstände, Hormone) sowie pathogene Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Parasiten. Die Konzentrationen dieser Stoffe schwanken erheblich je nach Einzugsgebiet der Kläranlage und können die Verwertungsmöglichkeiten stark einschränken.

Welche verschiedenen Arten von Klärschlamm gibt es?

Klärschlamm lässt sich nach Herkunft in kommunalen und industriellen Klärschlamm sowie nach Behandlungsgrad in verschiedene Kategorien einteilen. Kommunaler Klärschlamm stammt aus der Behandlung häuslicher Abwässer und weist meist eine relativ einheitliche Zusammensetzung auf.

Industrieller Klärschlamm entsteht bei der betrieblichen Abwasserbehandlung und kann je nach Industriezweig stark unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Rohschlamm ist der unbehandelte Schlamm direkt aus den Klärbecken mit sehr hohem Wassergehalt (95–99 %).

Eingedickte Schlämme haben durch mechanische oder biologische Verfahren einen reduzierten Wassergehalt von etwa 92–96 %. Entwässerte Schlämme weisen nach der Behandlung in Zentrifugen, Filterpressen oder Bandfiltern einen Wassergehalt von 70–85 % auf. Stabilisierte Schlämme wurden durch anaerobe oder aerobe Verfahren biologisch behandelt, um den Abbau organischer Substanzen zu fördern und Geruchsbelästigungen zu reduzieren.

Warum muss Klärschlamm behandelt und entsorgt werden?

Klärschlamm muss behandelt werden, um Umwelt- und Gesundheitsrisiken zu minimieren und rechtliche Anforderungen zu erfüllen. Unbehandelter Klärschlamm kann pathogene Mikroorganismen, Schwermetalle und organische Schadstoffe enthalten, die bei unsachgemäßer Handhabung Boden, Grundwasser und Oberflächengewässer kontaminieren können.

Die Abfallklärschlammverordnung und das Kreislaufwirtschaftsgesetz regeln die Anforderungen an Behandlung und Verwertung. Rohschlamm neigt zur Fäulnis und kann unangenehme Gerüche sowie gesundheitsgefährdende Gase entwickeln. Die Stabilisierung durch anaerobe Faulung oder aerobe Behandlung reduziert den organischen Anteil und macht den Schlamm handhabbarer.

Eine Hygienisierung durch thermische Behandlung, Kalkung oder andere Verfahren ist notwendig, um pathogene Keime abzutöten. Ohne diese Behandlungsschritte ist eine sichere Verwertung oder Entsorgung nicht möglich, und es entstehen erhebliche Umwelt- und Haftungsrisiken für die Betreiber von Kläranlagen.

Welche Verwertungs- und Entsorgungsmöglichkeiten gibt es für Klärschlamm?

Die thermische Verwertung in Monoverbrennungsanlagen oder die Mitverbrennung in Kohlekraftwerken und Zementwerken ist heute der Hauptentsorgungsweg für Klärschlamm. Diese Verfahren ermöglichen eine vollständige Zerstörung organischer Schadstoffe und eine Rückgewinnung von Phosphor aus der Asche.

Die landwirtschaftliche Verwertung als Düngemittel ist aufgrund verschärfter Grenzwerte für Schadstoffe stark rückläufig und wird künftig weiter eingeschränkt. Eine Kompostierung mit organischen Abfällen ist bei schadstoffarmen Schlämmen möglich, erfordert aber eine aufwändige Qualitätskontrolle.

Neue Verfahren wie die hydrothermale Karbonisierung oder Pyrolyse befinden sich in der Entwicklung und könnten künftig alternative Verwertungswege eröffnen. Die rechtlichen Entwicklungen zielen auf eine verstärkte Phosphorrückgewinnung ab, was die thermische Verwertung mit nachgeschalteter Phosphorrückgewinnung aus der Asche favorisiert. Jedes Verfahren hat spezifische Vor- und Nachteile bezüglich Kosten, Umweltauswirkungen und technischer Komplexität.

Wie unterstützt atd GmbH bei der Klärschlammbehandlung?

atd bietet umfassende Planungs- und Beratungsleistungen für alle Aspekte der Klärschlammbehandlung – von der Eindickung über die Stabilisierung bis zur Entwässerung und Entsorgung. Unsere Ingenieure entwickeln maßgeschneiderte Lösungen für kommunale und industrielle Anwendungen.

Unsere Dienstleistungen umfassen:

  • Konzeptentwicklung für Schlammbehandlungsanlagen
  • Dimensionierung und Auslegung von Eindickern, Faulbehältern und Entwässerungsanlagen
  • Planung von Biogasanlagen zur energetischen Nutzung des Faulschlamms
  • Optimierung bestehender Anlagen zur Effizienzsteigerung
  • Beratung zu rechtlichen Anforderungen und Genehmigungsverfahren
  • Bauüberwachung und Inbetriebnahme

Als herstellerunabhängiges Ingenieurbüro können wir objektive Technologiebewertungen durchführen und die wirtschaftlich optimale Lösung für Ihre spezifischen Anforderungen finden. Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung zu Ihrem Klärschlammprojekt und profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung in der Abwasserwirtschaft.

atd GmbH

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