Ist Niederschlagswasser auch Abwasser?

Josef Molitor ·
Regentropfen schwebt über Betonabflussrost mit geometrischen Mustern bei natürlichem Tageslicht

Niederschlagswasser wird rechtlich als Abwasser behandelt, sobald es mit Schadstoffen in Kontakt kommt oder über versiegelte Flächen abfließt. Die Einordnung hängt von der Verschmutzung und dem Abflussweg ab. Reines Regenwasser gilt nicht als Abwasser, während kontaminiertes Niederschlagswasser den gleichen Behandlungsanforderungen wie häusliches Abwasser unterliegt.

Unklare Gebührenabrechnungen kosten Sie unnötig Geld

Viele Immobilieneigentümer zahlen zu hohe Niederschlagswassergebühren, weil sie nicht verstehen, welche Flächen tatsächlich gebührenpflichtig sind. Häufig werden Gartenflächen, Kieswege oder durchlässige Pflasterungen fälschlicherweise als versiegelte Flächen abgerechnet. Diese Unklarheiten können jährlich Hunderte Euro an Mehrkosten verursachen. Lassen Sie Ihre Grundstücksentwässerung fachlich bewerten und prüfen Sie, ob eine getrennte Ableitung von Niederschlagswasser möglich ist.

Falsche Einleitungen gefährden Ihre Betriebsgenehmigung

Unternehmen, die Niederschlagswasser unsachgemäß in die Kanalisation einleiten, riskieren empfindliche Bußgelder und den Verlust ihrer wasserrechtlichen Erlaubnis. Besonders bei Industrieflächen, Parkplätzen oder Lagerbereichen kann kontaminiertes Regenwasser die Grenzwerte überschreiten und zu rechtlichen Problemen führen. Entwickeln Sie ein durchdachtes Entwässerungskonzept, das Niederschlagswasser je nach Verschmutzungsgrad getrennt behandelt und ordnungsgemäß ableitet.

Was ist der Unterschied zwischen Niederschlagswasser und Abwasser?

Niederschlagswasser ist natürliches Regenwasser, während Abwasser durch menschliche Nutzung verschmutztes Wasser darstellt. Der entscheidende Unterschied liegt im Verschmutzungsgrad und der rechtlichen Einordnung nach dem Wasserhaushaltsgesetz.

Reines Niederschlagswasser, das direkt vom Himmel fällt, enthält zunächst nur natürliche Bestandteile wie gelöste Gase oder Staubpartikel. Es wird erst dann zu Abwasser, wenn es mit Schadstoffen in Berührung kommt oder über versiegelte, kontaminierte Flächen abfließt. Häusliches Abwasser entsteht dagegen durch die Nutzung in Haushalten, Gewerbe oder Industrie und ist grundsätzlich behandlungsbedürftig.

Die praktische Unterscheidung erfolgt anhand der Herkunft und des Verschmutzungsgrades. Niederschlagswasser von Dachflächen gilt meist als unbelastet, während Regenwasser von Straßen, Parkplätzen oder Industrieflächen aufgrund möglicher Öl-, Schwermetall- oder Salzbelastungen als behandlungsbedürftiges Abwasser eingestuft wird.

Wann wird Niederschlagswasser rechtlich als Abwasser behandelt?

Niederschlagswasser gilt rechtlich als Abwasser, wenn es über versiegelte Flächen abfließt oder mit Schadstoffen kontaminiert wird. Die Einordnung erfolgt nach dem Wasserhaushaltsgesetz und den kommunalen Satzungen.

Entscheidende Faktoren sind die Art der Oberfläche und die potenzielle Verschmutzung. Regenwasser von Dachflächen wird meist nicht als Abwasser eingestuft, während Niederschlagswasser von Straßen, Parkplätzen, Tankstellen oder Industrieanlagen aufgrund möglicher Schadstoffbelastungen als behandlungsbedürftiges Abwasser gilt.

Kommunen regeln die Einordnung in ihren Entwässerungssatzungen unterschiedlich. Maßgeblich sind dabei Grenzwerte für Parameter wie pH-Wert, Schwermetalle, Kohlenwasserstoffe oder abfiltrierbare Stoffe. Überschreitet das Niederschlagswasser diese Werte, muss es wie Abwasser behandelt und gereinigt werden, bevor es in Gewässer oder die Kanalisation eingeleitet werden darf.

Welche Behandlungsverfahren gibt es für Niederschlagswasser?

Niederschlagswasser wird durch mechanische, biologische oder naturnahe Verfahren behandelt. Die Auswahl hängt vom Verschmutzungsgrad und den örtlichen Anforderungen ab. Häufige Methoden sind Absetzbecken, Retentionsbodenfilter und Versickerungsanlagen.

Mechanische Verfahren entfernen gröbere Verunreinigungen durch Rechen, Sandfänge oder Absetzbecken. Diese eignen sich besonders für Niederschlagswasser mit hohem Feststoffanteil, wie es von Verkehrsflächen stammt. Ölabscheider kommen bei möglichen Kohlenwasserstoffbelastungen zum Einsatz.

Naturnahe Behandlungsverfahren wie Retentionsbodenfilter oder bewachsene Bodenfilter nutzen biologische Prozesse zur Schadstoffelimination. Sie sind besonders effektiv bei der Entfernung von Schwermetallen und organischen Verbindungen. Versickerungsanlagen ermöglichen die direkte Einleitung in das Grundwasser, wenn das Niederschlagswasser ausreichend sauber ist.

Für stark belastetes Niederschlagswasser kommen auch konventionelle Abwasserreinigungsverfahren wie Belebungsanlagen oder Membranfiltration zum Einsatz. Die Verfahrenswahl richtet sich nach den geforderten Ablaufwerten und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Wie funktioniert die getrennte Entwässerung von Niederschlagswasser?

Bei der getrennten Entwässerung wird Niederschlagswasser über ein separates Kanalsystem gesammelt und direkt in Gewässer eingeleitet oder versickert. Schmutzwasser fließt parallel über das Schmutzwassersystem zur Kläranlage.

Das System besteht aus zwei unabhängigen Kanalnetzen: dem Regenwasserkanal und dem Schmutzwasserkanal. Niederschlagswasser von Dächern, Straßen und befestigten Flächen wird über Straßeneinläufe und Dachentwässerung dem Regenwasserkanal zugeführt. Häusliches und gewerbliches Abwasser gelangt über separate Anschlüsse in das Schmutzwassersystem.

Der Vorteil liegt in der direkten Ableitung des meist unbelasteten Niederschlagswassers ohne aufwändige Reinigung. Dies entlastet die Kläranlagen erheblich und reduziert die Gefahr von Mischwasserüberläufen bei Starkregen. Moderne Entwässerungskonzepte berücksichtigen zudem dezentrale Versickerung und Retention zur weiteren Entlastung der Kanalisation.

Welche Kosten entstehen bei der Niederschlagswasserbehandlung?

Die Kosten für die Niederschlagswasserbehandlung variieren zwischen 2-15 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche jährlich. Zusätzlich entstehen Investitionskosten für Behandlungsanlagen zwischen 50-500 Euro pro Quadratmeter, abhängig vom gewählten Verfahren.

Die Niederschlagswassergebühr bildet den größten Kostenblock für Grundstückseigentümer. Sie wird nach der Größe der versiegelten, an die Kanalisation angeschlossenen Flächen berechnet. Kommunen erheben diese Gebühr zur Finanzierung der Regenwasserkanalisation und -behandlung. Die Höhe variiert regional stark und liegt meist zwischen 0,50-2,50 Euro pro Quadratmeter jährlich.

Investitionskosten entstehen beim Bau von Behandlungsanlagen oder der Umstellung auf getrennte Entwässerung. Einfache Versickerungsanlagen kosten 50-150 Euro pro Quadratmeter, während aufwändige Reinigungsanlagen mit mehreren Hundert Euro pro Quadratmeter zu Buche schlagen. Betriebskosten für Wartung, Energie und eventuelle Schlammentsorgung kommen hinzu.

Durch geschickte Planung lassen sich Kosten reduzieren: Die Trennung von belastetem und unbelastetem Niederschlagswasser, dezentrale Versickerung oder die Nutzung als Brauchwasser können die Gebührenlast erheblich senken.

Wie atd GmbH bei der Niederschlagswasserbehandlung unterstützt

Wir entwickeln maßgeschneiderte Lösungen für Ihre Niederschlagswasserbehandlung und helfen Ihnen dabei, rechtliche Anforderungen zu erfüllen und Kosten zu optimieren. Als erfahrenes Ingenieurbüro für Abwasserwirtschaft bieten wir Ihnen:

  • Bewertung Ihrer bestehenden Entwässerungssituation und Identifikation von Einsparpotenzialen bei Niederschlagswassergebühren
  • Planung getrennter Entwässerungssysteme und naturnaher Behandlungsverfahren
  • Dimensionierung und Auslegung von Versickerungs- und Retentionsanlagen
  • Unterstützung bei Genehmigungsverfahren und behördlichen Abstimmungen
  • Bauüberwachung und Inbetriebnahme Ihrer Niederschlagswasseranlagen

Profitieren Sie von unserer jahrzehntelangen Erfahrung in der Wasserwirtschaft und lassen Sie sich individuell beraten. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Erstberatung zu Ihrem Niederschlagswasserprojekt.

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